Pollen
- Dr. Rüdiger Wahl
- 21. Juni 2021
- 4 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 10. Dez. 2021
Dr. Wahls-ALLERGIE-WELT
Pollen und wenn die Pollen platzen und mehr
Allergien
In der Hitliste der Allergie verursachenden „Substanzen“ stehen die Pollen, der Gräser, Bäume, Kräuter und der Hausstaubmilben wie Dermatophagoides pteronyssinus und Dermatophagoides farinae an erster Stelle. Sie können z.B. Heuschnupfen und bronchiales Asthma bei entsprechend disponierten Personen hervorrufen, was die Lebensqualität sehr beeinflussen kann.
Pollen
Ein Pollenkorn ist eine Zelle mit männlichem Erbgut, das für die Fortpflanzung der Samenpflanzen wesentlich ist. Die Partikelgröße der Pollen liegt bei kleiner 10 Mikrometer (1Mikrometer = 10-6 Meter). Die Pollen werden von den Pflanzen freigesetzt und durch Insekten oder den Wind auf andere Pflanzen übertragen. Die wichtigsten Pollen sind in Deutschland die der Gräser, des Getreides, der Bäume sowie Kräuter. Hierbei handelt es sich um Pollen, die mit dem Wind getragen werden. Nadelbäume sind ebenfalls weit verbreitete Pollenlieferanten, doch in der Regel sind diese nur schwach oder gar nicht allergen.

Roggenähre und mehr
Eine Roggenähre weist 4,2 Millionen Pollenkörner auf und ein Haselnussstrauch mittlerer Größe ca. 600 Millionen Pollen. In Mitteleuropa fallen im Schnitt 27 000 Pollenkörner pro cm2. An der Spitze der Pollen stehen die der Gräser, wie z.B. Wiesenlieschgras und der Bäume, wie z.B. der Birke. Es kann aber regional und länderspezifische Unterschiede geben. So sind in Südeuropa die Ölbaum- und Glaskrautpollen wichtig. In Japan die der japanischen Zeder. In Deutschland sind es die der Gräser, dazu zählen auch die Roggenpollen, denn Roggen gehört botanisch gesehen auch zu den Süßgräsern. Bei den Bäumen ist es dominierend die Birke. Dann folgen die Pollen der Kräuter wie Beifuss- und Wegerichpollen und seit einiger Zeit auch die des Traubenkrauts (Ragweed), das besonders in den USA ein sehr wichtiges Allergen darstellt und vor einigen Jahren nach Deutschland rein geschleppt wurde.
Was fliegt denn da?
Über eine Pollenfalle kann man einfach feststellen welche Pollen sich in der Luft befinden. Auf einem Gebäue ist die Pollenfalle angebracht. An dem beidseitigen Klebeband kleben die Pollen fest. Sie werden mit einem speziellen Farbstoff angefärbt und dann unter dem Mikroskop ausgezählt. Die Pollen verfügen über charakteristische Merkmale, sodass eine Zuordnung nicht so schwer möglich ist. Über diverse Berechnungen kann dann gesagt werden, wie hoch das Pollenaufkommen z.B. der Birke in der Luft ist. Die Bäume, Gräser- und Kräuterpollen fliegen auch zu unterschiedlichen Zeiten. Um zu sehen was sich gerade wo in der Luft befindet gibt es die sogenannten Pollenblühkalender. In dem ist der Pollenflug der unterschiedlichen Pflanzen markiert. Beginnen tut es im Dezember schon mit den Haselpollen, wenn der Winter warm war, dann kommen Birke- und Erle. Birke, Erle und Hasel gehören zur botanischen Familie der Betulacaen. Im Juni schließen sich die Gräserpollen an und im September die der Kräuterpollen.
Pollenallergiker
Wenn sie auf z.B. Gräserpollen allergisch reagieren heißt es aber nicht, das sie auch auf z.B. Baumpollen allergisch reagieren müssen. Bei der Pollenallergie spricht man von einer saisonalen Allergie. Im Gegensatz dazu bei der Hausstaubmilbenallergie von einer perennialen, ganzjährigen, Allergie.
Neuere Beobachtungen
Früher, ja früher, da sagte man, die Pollenallergiker/in können ohne Probleme beim Pollenflug ganz getrost bei Regen draußen spazieren gehen, natürlich mit umbrella, da die Pollen aus der Luft gewaschen werden und abregnen und er/sie so nur geringe allergische Reaktionen zeigen wird/werden.
Heute, ja heute,. da weiß man, dass das gar nicht stimmt.
Bei Regen saugen sich die Pollen mit dem Regenwasser voll, fallen zu Boden und platzen dort. Dabei werden noch mehr Allergene und kleinere Allergene freigesetzt, als bei Nichtregen. Diese kleineren Allergene können noch „besser“ bis zur Lunge vordringen und bei entsprechenden Allergiker/innen, nicht nur einen Heuschnupfen sondern auch bronchiales Asthma hervorrufen, was deutlich unangenehmer ist als der Heuschnupfen, der auch schon „quality of life“ sehr stark beeinflussen kann. Das wird auch als „Gewitter-Asthma“ bezeichnet.
Deshalb sollten Pollenallergiker besser bei Regen und Gewitter zu Hause bleiben, um nicht zusätzlichen, angreifenden Allergenen ausgesetzt zu werden. Wenn der Regen/das Gewitter aufgehört hat, sollten sie noch ca. 30 Minuten im Haus bleiben. Danach sollten sie erst nach draußen gehen.
Also ist nichts mit dancing in the rain, oder under my umbrella, umbrella, umbrella.
Was können sie vorbeugend als Pollenallergiker/in tun?
Sie sollten sich täglich die Haare waschen, um die Pollen aus den Haaren zu entfernen.
Ziehe dich im Bad und nicht im Schlafzimmer aus, damit die Pollen aus der Kleidung im Bad bleiben und nicht im Schlafzimmer und nächtliche Probleme auftreten können.
Die Wäsche sollte im Trockner und nicht draußen an der frischen Luft getrocknet werden, denn in der Wäsche können sich Pollen verfangen.
Zur Abwehr gegen die Pollen kannst du Pollengitter vor die Fenster spannen.
Zu bestimmten Zeiten solltest du die Fenster geschlossen halten.
Im Auto solltest du eine Klimaanlage mit Pollenfilter haben und zu den entsprechenden Zeiten die Fenster geschlossen halten.
Neuerdings gibt es auch spezielle Luftreinigungsgeräte, die könnte man auch einmal bei sich im Wohnbereich ausprobieren, ob sie Linderung geben.
Du solltest dich beim Allergologen/in testen lassen und der wird dann entscheiden ob bei dir eine spezifische Immuntherapie (SIT) durchgeführt werden soll oder nicht.. Die Erfolgsquote liegt bei der SIT recht hoch. Meistens erstreckt sie sich die SIT über drei Jahre.
Aktuell Corona und Pollen
Da wir zu Coronazeiten fast immer Masken tragen müssen, kann es möglich sein, dass dabei ungewollt die Pollenallergiker eine Linderung erfahren, je nachdem wie feinporig die Maske ist und die Pollen zurück gehalten werden. Aber viele Daten gibt es dazu noch nicht. Ich denke, Forschungsgruppen sind da schon dran.
Ausblick
Das ist hier nur eine Facette der Allergie, die doch so komplex ist und die Beschäftigung mit der Allergie für mich immer noch so spannend ist wie vor über 40 Jahren als alles bei einer großen Allergiefirma in Reinbek begann. Wenn sie das auch so sehen, würde ich mich freuen, wenn sie meinen Blog weiterverfolgen würden.
Juni 2021 Dr. Rüdiger Wahl
Allergien sind für viele Menschen eine Qual. Manche leiden nur im Frühjahr an Heuschnupfen, andere leiden das ganze Jahr an Allergien. Allen Menschen geht es mit einer Allergie gleich – Sie leiden an der Allergie. Es beeinträchtigt ihren Alltag und das Leben. Entweder kann man nun auf Medikamente setzen, man versucht es mit natürlichen Präparaten oder mit einem MindChange Audioprogramm. Schau gerne mal vorbei 🙂 https://ich-liebe-naturprodukte.com/allergien-natuerlich-lindern/