Allergische Symptome und Allergie Test
- Dr. Rüdiger Wahl
- 3. Aug. 2021
- 3 Min. Lesezeit
Anamnese und Hauttest
Wenn sie meinen unter allergischen Symptomen zu leiden, sollten sie einen Allergologen oder eine Allergologin aufsuchen.
Dort kann dann dem Grund ihrer allergischen Reaktion weiter nachgegangen und ggf. entsprechende Therapien eingeleitet werden.
Anamnese in der Praxis
In der Anamnese werden Sie intensiv befragt, um die mögliche Quelle der Allergie einzukreisen. Gefragt wird nach
der Art der Symptome,
wo die Symptome auftreten (drinnen/draußen),
zu welchen Jahreszeiten besonders stark,
oder nach dem Essen von bestimmten Nahrungsmitteln.
Ein Allergietagebuch
Häufig ist es sehr hilfreich wenn sie bereits ein Allergietagebuch führen.
Das vereinfacht die Bestimmung der Allergie deutlich und es erleichtert die Arbeit für den Arzt/die Ärztin.
In das Tagebuch sollten sie alle Beobachtungen eintragen. Oft sind es die kleinen „Substanzen“, die für die allergischen Reaktionen verantwortlich sind.
Untersuchungsmethoden
Wenn Verdacht auf eine Allergie bestehen sollte, kommen verschiedene Untersuchungen in betracht.
Die In-vivo Untersuchung, d.h. die Untersuchung wird direkt am Menschen durchgeführt.
Und In-vitro Untersuchungen, die außerhalb des Menschen durchgeführt werden (Auswertung eines Serums der Person im Labor).
Der Haut-Prick-Test
Zunächst kommt häufig der Haut-Prick-Test (skin prick test (SPT)) zur Anwendung.
Das Testareal ist dafür die Haut an Ihrem Ober- und/oder Unterarm.
Mit einer Tropfpipette werden Lösungen in einem Abstand von ca. 4 cm auf die Haut getropft:
Zum Einsatz kommen z.B. Birkenpollen, Negativkontrolle (physiologische Kochsalzlösung, 0,9%ige NaCl-Lösung) Positivkontrolle (Histamindihydrochloridlösung).
Durchführung:
Die Spitze einer Pricknadel oder Pricklanzette wird im spitzen Winkel durch die aufgetropfte Testlösung auf die Haut angesetzt und flach eingestochen. Das ist für den Patienten so gut wie schmerzlos, davor Sie müssen keine Angst haben.
Dann wird die Nadel leicht angehoben, sodass unterhalb der Nadelspitze eine kleine Menge Testlösung in die Haut eindringen kann.
Auswertung:
Das Testergebnis wird nach 10 bis 20 Minuten von der Haut abgelesen. Eine positive Testreaktion zeigt sich als blass gelbliche Quaddel (Ödem) mit einem umgebenden Hof (Erythem). Der Durchmesser der Quaddel wird ermittelt, denn dieser ist wichtig für die Aussage des Sensibilisierungsgrades des Patienten auf das getestete Allergen.
Für die Bewertung des Testergebnisses gelten Größe (Durchmesser) von der Quaddel und Hof der Histaminpositivkontrolle. Allgemein gilt Quaddeldurchmesser.
Die untere Tabelle zeigt die Auswertung der Haut-Prick-Testung.
Auswertung der Hautpricktestung. Hautreaktionsbewertung die der Quaddel, hervorgerufen durch die Histamin-Positivkontrolle, entspricht.

Der Haut-Prick-Test ist der am häufigsten eingesetzte Test, um die Sensibilisierung bei dem Patienten auf ein/mehrere Allergene, wie z.B. Birken-, Gräser-, Kräuterpollen, Hausstaubmilbe Dermatophagoides pteronyssinus, Katzenepithelien (Haare), Schimmelpilz Alternaria alternata etc. schnell und einfach zu ermitteln.
Der intracutan Test
Empfindlicher als der Haut-Prick-Test ist der intracutan Test (i.c.-Test).
Er wird bevorzugt am Rücken oder Unterarm durchgeführt.
Auch hier wird der Allergenextrakt, die Positiv- und Negativkontrolle zur Testung beim Patienten eingesetzt.
Der Epikutantest
Ein weiterer Hauttest ist der Epikutantest. Hier wird eine Testkammer mit der zu testenden Substanz, z.B. Chemikalie in Salbenform, befüllt. Dann wird das Testpflaster auf den Rücken des Patienten angelegt (geklebt). Nach ca. 24 Stunden wird das Pflaster abgenommen. Etwa 30 Min. nach der Abnahme des Pflasters erfolgt die erste Ablesung, entsprechend wie oben beschrieben.
Die Hauttests sind sehr einfach in der Durchführung, so gut wie schmerzlos für den Patienten und geben ein verlässliches Ergebnis bezüglich des Sensibilisierungsgrads beim Patienten auf das getestete Allergen wieder.
Die Aussagekraft der Hauttests
Die Hauttests erlauben lediglich eine Auskunft über den Sensibilisierungsgrad der Person, aber nicht über eine mögliche Allergie.
Auch die In-vitro Tests erlauben keine Aussage über die Allergie, sondern auch nur über den Sensibilisierungsgrad der Person
Wie kann eine Allergie festgestellt werden?
Um die Allergie zu belegen müssen Provokationstests durchgeführt werden, wie z.B.
ein bronchialer Provokationstest,
ein konjunctivale (Auge) Provokationstest
oder bei Nahrungsmitteln der orale Provokationstest
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