Medikamentenallergie
- avantal.de
- 1. Juni 2021
- 2 Min. Lesezeit
Es gibt nicht viele Medikamente die eine Typ I, d.h. IgE mediiert,
Allergie beim Patienten hervorrufen können.
Am bekanntesten ist das Penicillin.
Etwa 10% der Patienten berichten von einer Penicillinallergie, 90% hingegen tollerieren Penicillin ohne allergische Nebenwirkungen.

Weniger als 1% der Verwender reagieren allergisch auf Insulin, das gentechnologisch hergestellt wurde.
Die gleiche Prozentzahl gilt für Patienten, die mit Chemotherapeutika behandelt werden.
Auch ist bekannt das Röntgenkontrastmittel allergische Reaktionen hervorrufen können.
Die meisten Reaktionen die nach Gabe von Corticosteroiden erfolgen sind keine Typ I sondern Typ IV.
Dies bedeutet, dass spezifisches IgE kann darauf im Serum des Patienten nicht gemessen werden, wie z.B. mit dem EAST (Enzym Allergo Sorbent Test).
Hühnereiallergiker sollten bei bestimmten Medikamenten aufpassen, da sie auf Hühnerei „gezüchtet“ wurden.
Das würde dann bei dem Hühnereiallergikern zu einer Typ I Reaktion mit den entsprechenden allergischen Symptomen führen.
Gelatineallergiker müssen bei der Einnahme bestimmter verkapselter Medikamente aufpassen, da die Kapseln in einigen Fällen auf Basis von Gelatine hergestellt werden („Gummibärchenallergie“).
Im Rahmen der Untersuchung zur „Gummibärchenallergie“ konnten wir gemeinsam mit Professor Kleinhans zeigen, dass wenn sie Gelatineallergiker*in sind, auch auf Volumenersatzmittel allergisch reagieren können, deren Basis eine modifizierte Gelatine darstellt und es eine Kreuzreaktion zur Gelatine vorliegt.
Aber man kann sagen, obwohl eine Vielzahl an Medikamenten sich auf dem Markt befinden, diese in den wenigsten Fällen eine Typ I Reaktion hervorrufen, d.h. entsprechendes spezifisches IgE könnte im Serum des Patienten, z.B. mit dem Allergenscheiben ELISA, nicht nachgewiesen werden.
Das ist nur bei einer Typ I Allergie möglich, die IgE mediiert ist, wie z.B. eine Pollenallergie.
Am häufigsten gelingt ein spezifischer IgE Nachweis im Serum des Patienten in Bezug auf die Testung einer Medikamentenallergie, für Penicillin.
Die Symptome umfassen Hautreaktionen bis hin zum anaphylaktischen Schock, der bei nicht schneller Behandlung lebensbedrohlich verlaufen kann.
Pharmafirmen sichern sich da ab, um nicht in Regress genommen zu werden und bringen oft den Hinweis in dem Beipackzettel, dass das Medikament eventuell allergische Reaktionen hervorrufen kann, oder vermerken, dass wenn sie auf einen der Inhaltsstoffe allergisch reagieren sollten, das Präparat zu meiden und den behandelnden Arzt oder Apotheker kontaktieren sollen.
Man kann sagen, dass im Vergleich zu Pollen, Milben, Schimmelpilzen, Tierepithelien ,Insektengiften und Nahrungsmittel nur wenige Medikamente ein, wenn auch sehr geringes allergenes Potential der Typ Klasse I, IgE, aufweisen.
Erlauben sie uns eine kleine Spekulation:
Was könnte der Grund dafür sein das viele Medikamente keine Typ I Reaktion hervorrufen?
Es gibt sie tatsächlich nicht, oder es wurde noch nicht der optimale Allergenträger für diese Medikamente zur spezifischen IgE- Messung in Seren der Patienten gefunden. Das könnte ja auch möglich sein.
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